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Flashcards

Einführung in die BWL: Kapitel 8

Anjay German 16 cards

Einführung in die BWL: Kapitel 8

Cards in this deck (16)

  1. 1Denken in Modellen• Modelle zur Lösung von betriebswirtschaftlichen Problemstellungen
    • Modell = vereinfachtes Abbild der Realität
    • Modelle bedürfen Annahmen und Gestaltungsparameter um Erreichung des Optimierungsziels analysieren zu können
    • Betriebswirtschaftliche Modelle geprägt durch Gestaltungsparameter, Nebenbedingungen und
    Optimierungsziel
  2. 2Die optimale Bestellmenge• Ziel: Kostenoptimale Vorrats- & Lagerhaltung bei Fertigungsprozessen
    • Einsatzfaktoren müssen hierfür bedarfsgerecht zu Verfügung stehen
    → einsatzsynchrone Anlieferung & fallweise Beschaffung nicht möglich und nicht sinnvoll
    → Lösung: fertigungsnahe Lagerhaltung
    = kontinuierliche Lagergutentnahme, regelmäßige Lagerauffüllung
    • Vorratshaltung und Bestellwesen analysieren für optimale Bestellmenge
    • Optimierungsproblem: 2 gegenläufige Kostenarten
    1. Lagerhaltungskosten
    = Kosten zur Lagerhaltung (Raum, Personal, Lagerkapital)
    = je größer Lagerbestand, desto größer Lagerhaltungskosten
    → Optimum: Lagerbestand möglichst klein
    2. Bestellkosten
    = bestellmengenfixe Kosten, unabhängig von Bestellmenge in fester Höhe
    = Anlieferungskosten, Kosten der Angebotseinholung
    = je größer Bestellmenge, desto geringer Stückkosten von Bestellung, da mit einem Bestellvorgang ausgesorgt werden kann
    → Optimum: Bestellmenge so groß, dass eine Bestellung ausreicht
    ☛ Zielkonflikt zwischen Lagerkosten- & Bestellkostenminimierung:
    Je größer Bestellmenge, desto größer Lagerkosten!
  3. 3Abbildung: Stückkosten in Abhängigkeit von der BestellmengeAbbildung: Stückkosten in Abhängigkeit von der Bestellmenge
  4. 4Basismodell Ermittlung der optimalen Bestellmenge: Annahmen• Gesamtbedarf für Fertigungsperiode vorab bekannt
    = insgesamt zu beschaffende Menge, die in gleich große Bestellmengen x aufgeteilt wird
    • Kontinuierliche Lagerentnahme in gleichbleibenden Mengen; keine nicht fertigungsbezogene Lagerabgänge (Diebstahl)
    • Keine Beschaffungs-, Lagerungs- & Finanzierungsrestriktionen
    • Kein Sicherheitsabstand zwischen letzter Lagerentnahme und neuen Lagerzugang, da zeitlicher Abstand bei 0
    • Konstante Einstandspreise/Stückpreise = p0 Geldeinheiten
    • Konstanter Lagerkostensatz = 1 % des Lagerbestandswertes
  5. 5Bestimmung der Lagerkostenfunktion→ auf Basis der Annahmen
    • Gesamtbedarf der Periode: M
    • Lagerbestand bei n-maliger Beschaffung: x = M / n
    → Lagerbestand unmittelbar vor nächster Anlieferung: x = 0
    • Mittlerer Lagerbestand: x/2 = (x+0) / 2
    • Mittlerer Lagerbestandswert: (x/2) × p0
    • Lagerkosten pro Jahr bei Lagerkostensatz 1/100:
    LJ = (x × p0 × l) / (2×100)
    • Lagerkosten pro Bestellung:
    LB = LJ / n = (x × p0 × l) / (2×100 × n)
    • Lagerkosten pro Stück:
    Ll = LB / x = (x × p0 × l) / (2×100 × M)
    • Bestellmengenfixe Kosten pro Stück:
    kf = FB / x (FB sind gesamte bestellmengenfixe Kosten)
    • Gesamte Stückkosten:
    k_gesamt = p0 + kf + kl
    • Zu optimierende Stückkosten ohne p0: k_Bestell = f(x) = kf + kl !
    ☛ Optimale Bestellmenge: x_opt = √(200×M×F) / (p0 × l)
    → Minimum der Stückkostenfunktion f(x) = Ableitung von f(x) = 0
    → x_opt steigt mit größerem Gesamtbedarf M
    ☛ Optimale Bestellhäufigkeit:
    n_opt = M / x_opt
    ☛ Optimale Lagerzeit:
    t_opt = 1 Jahr / n_opt
    ☛ Mittlere Lagerdauer = t_opt / 2
  6. 6Weiterentwicklung des Grundmodells zur optimalen Bestellmenge• Grundmodell = einfachste Form der Bestellmengenoptimierung
    • Modell ist keine perfekte Lösung, da die vielen Annahmen die Anwendbarkeit einschränken
    • Sondersituationen wie Mengenrabatte oder Lieferverzögerungen werden nicht erfasst
    • Modellerweiterungen entstanden, um Einschränkungen aufzulösen und Modell realitätsnäher zu machen → Modelle werden immer komplexer
    • modelltheoretische Vorgehensweise / Grundmuster betriebswirt. Analyse jedoch immer gleich
    → Festlegung von Zielgrößen, Gestaltungsparameter, Annahmen & Nebenbedingungen, die
    mathematisch modelliert werden
    • Modellierung unterscheidet sich nur in Grad der Realitätsvereinfachung
  7. 7Die optimale Losgröße• Modell der Bestellmengenplanung für die Ermittlung der optimalen Losgröße
    • Losgrößenprobleme = wenn Kapazitäten wie Maschinen von mehreren Kostenträgern/
    Endprodukten im Wechsel nacheinander genutzt werden müssen
    • Los = ein einziger Fertigungsgang
    • Losgröße = Anzahl der hergestellten Fertigungseinheiten einer Sorte ohne Unterbrechung
    • Optimale Losgröße = minimale Stückkosten bei gegebener Gesamtproduktionsmenge
    • Optimierungsproblem: zwei gegenläufige Kostenarten
    1. Lagerhaltungskosten der Fertigerzeugnisse
    = Kosten zur Lagerhaltung (Raum, Personal, Lagerkapital)
    = je größer der Lagerbestand, desto größer die Lagerhaltungskosten
    → Optimum: Lagerbestand so klein wie möglich
    2. Umrüstkosten (Kosten des Sortenwechsels)
    = losfixe Kosten, unabhängig von Losgröße in fester Höhe
    = Umbau-, Umstellungs- & Reinigungskosten
    = je größer die Losgröße, desto geringer die Umrüstkosten pro Stück
    → Optimum: Losgröße so groß wie möglich
    ☛ Zielkonflikt zwischen Lagerkosten- & Umrüstkostenminimierung:
    Je größer die Losgröße, desto größer die Lagerkosten!
  8. 8Abbildung: Stückkosten in Abhängigkeit von der LosgrößeAbbildung: Stückkosten in Abhängigkeit von der Losgröße
  9. 9Basismodell zur Ermittlung der optimalen Losgröße: Annahmen• Gesamtabsatzmenge für Fertigungsperiode vorab bekannt
    = gesamte Produktionsmenge, die in gleich große Losgrößen x aufgeteilt wird
    • Kontinuierliche Fertigwarenlagerabgänge in gleichbleibenden Mengen; keine nicht
    fertigungsbezogene Lagerabgänge (Diebstahl)
    • Keine Absatz-, Produktions-, Lagerungs- & Finanzierungsrestriktionen
    • Kein Sicherheitsabstand zwischen letzter Lagerentnahme und neuen Lagerzugang, da zeitlicher Abstand bei 0
    • Konstante übrige Herstellungskosten pro Stück = p0 Geldeinheiten
    • Konstanter Lagerkostensatz = 1 % des Lagerbestandswertes
  10. 10Bestimmung der LoskostenfunktionMathematischer Lösungsansatz:
    → identisch wie bei Bestellmenge
    • Gesamtabsatzmenge: M
    • übrige Stückherstellkosten: p0
    • F: losfixe Kosten
    • l: Lagerkostensatz in % pro Jahr
    • n: Auflagehäufigkeit, Zahl der Lose pro Jahr
    • x: Losgröße
    ☛ Optimale Losgröße:
    x_opt = √(200×M×F) / (p0 × l)
    ☛ Optimale Auflagenhöhe:
    n_opt = M / x_opt (Lose pro Periode)
  11. 11Modell der optimalen Bestellmenge vs. Modell der optimalen Losgröße• Fixkosten: bestellmengenfixe vs. losgrößenfixe Kosten
    • Lager: Wareneingangslager vs. Warenausgangslager
    • Preis: Beschaffungspreis pro Stück vs. sonst. Herstellungskosten pro Stück
  12. 12Das optimale Sortiment• Welche Produktarten in welcher Menge sollen in Rechnungsperiode hergestellt werden?
    • Optimierungsziel: Maximierung des Deckungsbeitrags, der Fixkosten deckt
    • Leistungsprogrammplanung mit Deckungsbeiträgen
    • Optimales Sortiment dient Renditemaximierung, kann auch aus nur einem Produkt bestehen und
    kann ein Nullvektor sein
  13. 13Kein Engpass= Unterbeschäftigung, freie Kapazitäten, so dass maximale Absatzmenge produziert werden kann
    • alle Erzeugnisse mit positivem Deckungsbeitrag werden hergestellt
    • Erzeugnisse mit negativem Deckungsbeitrag sollten aus Sortiment gestrichen werden, wenn die
    entgehenden Umsätze kleiner als die eingesparten variablen Kosten sind
  14. 14Ein Engpass= ein Einsatzfaktor ist nur beschränkt verfügbar, so dass die verschiedenen Produkte um Engpassfaktor konkurrieren
    • maximale Absatzmenge kann nicht mehr produziert werden
    • für optimales Fertigungsprogramm reichen Stückdeckungsbeiträge nicht mehr aus
    → Engpassfaktor muss optimal ausgenutzt werden
    = Produkte müssen in der Rangfolge ihrer engpassbezogenen Deckungsbeiträge gefertigt
    werden = relative Deckungsbeiträge
    • Relative Deckungsbeiträge über Stückdeckungsbeiträge und Produktionskoeffizienten ermittelt
    → drückt aus, wie Produkte um Engpassfaktor konkurrieren
    • Produktionskoeffizienten = Anzahl der benötigten Engpasseinheiten zur Produktherstellung
    → relative Engpassinanspruchnahme
  15. 15Ein Engpass: Beispiel- verschiedene Monitormodelle müssen eine Maschine durchlaufen, die eine Quartalskapazität von 32.250 Stunden, bzw. 2.115.000 Maschinenlaufzeit besitzt
    - einzelne Modelle werden unterschiedlich lang in Maschine bearbeitet
    ☛ Kapazitätsbedarf überschreitet Maximalkapazität um 35.000 Minuten = Engpass
    ☛ Produkte mit höchstem relativem Deckungsbeitrag werden zuerst zu 100 % produziert, dementsprechend wird nach der Rangfolge der relativen DB produziert
    → M-Serien werden komplett gefertigt (100 %)
    → FlatXL nur noch in der Menge der Restkapazität von 175.000 Minuten gefertigt
    = 25.000 Einheiten (83 % der max. Absatzmenge)
    Ein Engpass: Beispiel
  16. 16Mehr als ein Engpass= zwei oder mehr Einsatzfaktoren sind nur beschränkt verfügbar, so dass die verschiedenen Produkte um Engpassfaktoren konkurrieren
    • optimales Fertigungsprogramm nur durch lineares Optimierungsprogramm ermittelbar
    → Abbildung aller Restriktionen aus Ungleichungsbeziehungen
    → Lösung Ungleichungsbeziehungenen durch Zielfunktion
    • durch Rechenverfahren wie „Simplex-Methode“

Information

Description
Karteikarten zur Vorlesung von Schulte, 1. Semester
Created by
Anjay · Mar 2015
Updated
Mar 3, 2018
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166
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