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Flashcards

M14 Albers: Polit. u. ökonom. Grundlagen

yeah boi Soziale Arbeit German 127 cards

M14 Albers: Polit. u. ökonom. Grundlagen

Cards in this deck (127)

  1. 1Was ist Politik? (laut Patzelt)Politik ist jenes menschliche Handeln, welches auf die Herstellung von allgemein verbindlichen Regelungen und Entscheidungen in und zwischen Gruppen von Menschen abzielt.
  2. 2Menschliches Handeln ist geprägt von:-Normen
    -Interessen
    -Werten
    -Weltanschauungen
  3. 3Menschen beziehen ihre Handlungen auf die Handlungen anderer Menschen, meint...Sinnhaft aufeinander bezogenes Handeln ist soziales Handeln.
    Soziales Handeln, das auf die Herstellung von Verbindlichkeiten abzielt ist politisches Handeln.
  4. 4Aus sozialem/politischem Handeln entstehen...Rollen als Bausteine von Organisationen und Institutionen
  5. 5Politische Analyse ist......die Frage, welche Rollen und Rollengefüge bei der Herstellung von allgemeiner Verbindlichkeit entstehen.
  6. 6Eine politische Entscheidung ist...... die Herstellung allgemeiner Verbindlichkeit im Einzelfall.
  7. 7Eine politische Regelung ist......die Gestaltung ganzer Klassen von Fällen.
  8. 8Der Staat ist...... eine politische Organisation der Gesellschaft
    ... eine Gemeinschaft mit dem legitimen Monopol der Physikalischen Gewalt auf dem Gebiet (Nach Weber)
    ... die Oberste Regelungsmacht (?)
    ... am Gemeinwohl orientiert
  9. 9(zumeist kollektive) politische Akteure......verfolgen immer Interessen.
    -Parteien
    -Vereine/Verbände
    /BürgerInneninitiativen
  10. 10Politische Konflikte......sind die Grundkonstellation politischer Entscheidungen
    ...werden durch Nichtübereinstimmung bei der Herstellung von Verbindlichkeiten verursacht.
    ... in Form von Interessenkonflikten sollen von der Politik bewältigt werden.
  11. 11Macht...... wird genutzt um allgemein verbindliche Entscheidungen herzustellen
    "... ist jede Chance, in einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht."
    -Weber
  12. 12A1: Was gehört zur Politik?Dimensionen | Bezeichnungen
    Formen | polity
    Inhalt | policy
    Prozess | politics
  13. 13A2: FormenPOLITY
    Erscheinungsformen:
    Verfassung, Normen, Institutionen
    Merkmale:
    Organisationen, Verhaltensregelungen, Ordnung
  14. 14A3: InhaltPOLICY
    Erscheinungsformen:
    Aufgaben und Ziele, politische Programme
    Merkmale:
    Problemlösung, Aufgabenerfüllung, Wert- und Zielvorstellung, Gestaltung
  15. 15A4: ProzessPOLITICS
    Erscheinungsformen:
    Interessen, Konflikte, Kampf
    Merkmale:
    Macht, Konsens, Durchsetzung
  16. 16Zusammenfassung PolitikPolitik ist überall da, wo Regelungen und Entscheidungen Gegenstand von sozialen Beziehungen sind.
    Analytisch kann man immer die Dimensionen Formen, Inhalt und Struktur/Prozess auseinanderhalten.
  17. 17Was gehört zur Sozialpolitik?- Verhinderung materieller Verelendung
    - Schutz vor den Wechselfällen des Lebens
    -Linderung der Ungleichheit der Lebensführungschancen
  18. 18Definition Sozialpolitik nach KaufmannSozialpolitik ist das Eingreifen des Staates in die sozialen Verhältnisse, in die strukturellen Bedingungen, in denen Menschen ihr alltägliches Leben führen.
  19. 19Sozialpolitik...... ist Schnittstelle von Politik und Gesellschaft
    ... dient der Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der gesellschaftlichen Gemeinschaften und ihrer Integrationsfunktion
    ... kann eingreifen in das Marktgeschehen / Schutz vor Marktkräften: Dekommodifizierung
    ... ist Intervention in lebensweltliche Zusammenhänge
  20. 20Der Wohlfahrtsstaat...... übernimmt Verantwortung für umfassende Daseinsvorsorge
    ... inkludiert Bevölkerungsmehrheiten
    ... ist mehr als sozialpolitische Förderung einzelner Gruppen
    ... ist der sozialen Sicherung verpflichtet.
  21. 21B1 Der Beginn der SozialpolitikRadikaler wirtschaftlicher und sozialer Wandel im 19. Jahrhundert
    Industrielle Kinderarbeit
    Verarmung breiter Bevölkerungsschichten
    Rasch voranschreitende Urbanisierung
    Hohe räumliche Mobilität und damit einhergehender Verlust sozialer Beziehungen
  22. 22Industriearbeiter als Zielgruppe der beginnenden Sozialpolitik1883
    Gesetz der Krankenversicherung der Arbeiter
    1884
    Unfallversicherungsgesetz
    1889
    Gesetz der Invaliditäts- und Alterssicherung
    1927
    Arbeitslosenversicherung
    Vier zentrale Risiken:
    Invalidität, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Alter
  23. 23Politische Voraussetzungen für die Entstehung der SozialpolitikEntstehung von Gewerkschaften und sozialistischen Parteien
    Notwendigkeit "pazifizierender" Sozialpolitik
    Gestiegene staatliche Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit: Bürokratie
  24. 24Kulturelle Voraussetzungen für die Entstehung der SozialpolitikKultureller Wandel: gesellschaftliche Verhältnisse sind nicht naturgesetzlich -> Aufklärung
    Zentralstaat erscheint als geeignetes Instrument zur Bewältigung kollektiver Aufgaben
    Veränderte Sicht auf Hilfsbedürftige
  25. 25Sozialpolitik im Wohlfahrtsstaat: aktuellHoch ausdifferenziertes System
    Instrumente: Anrechte, Geld, Beteiligung
    Leitidee:
    Gleichheit verstanden als Chancengleichheit
    Gerechtigkeit verstanden als Verteilungsgerechtigkeit
  26. 26Verantwortungsbereiche im Wohlfahrsstaat (1&2)Verantwortungsbereiche im Wohlfahrsstaat (1&2)
  27. 27Verantwortungsbereiche im Wohlfahrsstaat (3)Verantwortungsbereiche im Wohlfahrsstaat (3)
  28. 28Ausgaben pro Kopf für den Sozialschutz in Deutschland von 2005 bis 2016Ausgaben pro Kopf für den Sozialschutz in Deutschland von 2005 bis 2016
  29. 29Verteilung des Sozialbudgets nach Funktionen im Jahr 2016Verteilung des Sozialbudgets nach Funktionen im Jahr 2016
  30. 30Fazit Sozialpolitik:Sozialpolitik...
    -ist in einer bestimmten historischen Situation entstanden
    -hat sich zu wohlfahrtsstaatlicher Politik ausgeweitet
    - durchdringt den gesamten Alltag
    -teilt sich auf in private, vorstaatliche und staatliche Verantwortungsbereiche
    -ist ein inhaltlicher Teil von Politik und Ergebnis von Entscheidungen
  31. 31Gesellschaft 1: SegmenteNebeneinander/Gleichheit der Teile
    Segmente sind autonom
    Beziehungen sind heterarchisch
  32. 32Gesellschaft 2: StratifizierungAdel > Klerus > dritter Stand
    -klare Ober- Unterordnung
    -Ungleichheit als Prinzip
    -Interdependenz: eine Schicht ist ohne die andere nicht denkbar
    -Steuerung: Hierarchie
    -Gesellschaftliche Zentralinstanz: Religion
  33. 33Gesellschaft 3: Funktionale Differenzierung-Spezialisierte Teile
    -Teile sind autonom und interdependent
    -Ordnung entsteht durch Verflechtung
    -Gesellschaft ist nach Funktionen differenziert: Wirtschaft, Recht, Politik, Erziehung, Medizin
    -Menschen gehören nicht mehr nur einem Teil-System an, sondern mehreren
    -Es entsteht Einheit in Differenz
  34. 34Funktionssysteme: RechtFunktion: Ausschaltung der Kontingenz normativer Erwartung
    Leistung: Erwartungserleichterung, Konfliktregulierung
    Medium: Recht, -sprechung
    Code: Recht/Unrecht
  35. 35Funktionssysteme: WirtschaftFunktion: Knappheitsminderung
    Leistung: Bedürfnisbefriedigung
    Medium: Geld
    Code: Zahlung/Nichtzahlung
  36. 36Funktionssystem: PolitikFunktion: Ermöglichung kollektiv bindender Entscheidungen
    Leistung: Umsetzung kollektiv bindender Entscheidungen
    Medium: Macht
    Code: Machtvoll/machtlos
  37. 37Was ist Arbeitslosigkeit aus der Perspektive eines Funktionssystems?Wirtschaft: Irrelevanz der Leistungsrolle, Knappheit
    Recht: Legalität der Kündigung / Ansprüchen
    Politik: Legitimität, Gemeinwohl
  38. 38Folgeprobleme funktionaler Differenzierung1. Mehrfachrepräsentation: Was ein Problem ist, wird in jedem System intern entschieden
    2. Selbstlimitierung: Systemen mangelt es daran. Sie totalisieren ihre eigene Perspektive
    3. Exklusionszone: Moderne Gesellschaft multipliziert Ausschlusskriterien. Gesamtpersönlichkeiten bekommt moderne Gesellschaft nicht in den Blick
  39. 39Entzauberung der Politik-Wenn Funktionssysteme autonom und interdependent sind, gibt es kein übergeordnetes System
    -Politik kann deshalb nicht ein anderes Funktionssystem dominieren
    -Beeinflussung geht nur durch "Übersetzung"
    -Gegenmodell: Diktatur; Preis: Effizienzverlust
  40. 40Warum also kann der Staat Arbeitslosigkeit nicht abschaffen?-Funktionssysteme entwickeln ihre eigene Logik, eine Eigengesetzlichkeit; eigenen Sinn
    -Dasselbe Problem ist für jedes Funktionssystem etwas anderes
    -Ein Phänomen wird nur dann wahrgenommen, wenn es sich in den entsprechenden Code übersetzen lässt.
  41. 41Was ist ein System?Gegenüber einer Umwelt abgrenzbare Einheit
    Besteht aus Einzelelementen
    Diese stehen miteinander in Beziehung
    Elemente haben Eigenschaften und Funktionen
    Begriff: analytisches Konzept; Nachweis:
    -deskriptiv -theoretisch
  42. 42V4: Was wird erkennbar wenn Politik als System verstanden wird? Vorüberlegungen/AnschlussPolitik hat ein Eigenleben, eine Autonomie und operative Geschlossenheit
    Politik hat eigene Rationalität und Logik
    Politik: alle Interaktionen, Kommunikationen und Handlungen die auf die Herstellung allgemeiner Verbindlichkeit ausgerichtet sind
    Medium der Politik (legitime/illegitime) politische Macht
    Politik =/= politisches System; das heißt, Politik findet auch außerhalb des Funktionssystem Politik statt.
  43. 43Teilfunktionen der PolitikPolitische Sozialisation
    -Darin: Koordination sozialer Lernprozesse
    Elitenrekrutierung
    Politische Kommunikation
    -Darin: "Beziehungen" zu Massenmedien
    Interessenartikulation
    -Darin: Entwicklung politischer Alternativen
    Interessenaggregation
  44. 44Politische Systemebenen mit BeispielenLebensweltliche politische Kommunikation -> politische Gespräche i.d. Familie, mit Freunden, am Stammtisch, auf pol. Veranstaltungen, Kritik an PolitikerInnen
    "Einfache" Interaktionssysteme -> Protestbewegungen, Bürgerinitiativen
    Organisationen -> Parteien, Verbände
    Nationale pol. Subsysteme -> Staatsorgane, Parteien, Verbände
    Nationale politische Systeme ("Staaten") -> Systeme der Politik eines Landes
    Internationale pol. Subsysteme -> EU, NATO, WTO, ect.
    Weltpolitische Systeme -> UNO
  45. 45Grafik: Code, Funktion und Struktur von Staat, Interessensvertretung, pol. Öffentlichkeit, ZivilgesellschaftGrafik: Code, Funktion und Struktur von Staat, Interessensvertretung, pol. Öffentlichkeit, Zivilgesellschaft
  46. 46Subsysteme: Funktionen/Akteure 1/2Defintition und Festlegung gesellschaftlicher Ziele -> Parteien, Verbände, Regierungen, Medien
    Ziel: Steuerung, Konfliktkanalisierung, Interessenaggregation
    Vorbereitung politischer Entscheidungen -> Bürgerinitiativen, Parteien, Medien, Verbände, Bürokratien
    Ziel: Mobilisierung von Aufmerksamkeit und Unterstützung
    Mobilisierung von Ressourcen -> Bürokratien, Parteien
    Ziel: Sicherung der Entscheidungsrationalität
    Bindende Wertverteilung -> Parlamente, Gerichte
    Ziel: Problemlösung
    Durchsetzung politischer Entscheidungen
    -> Regierung, Bürokratie, Gerichte
    Ziel: Problemlösung
  47. 47Subsysteme: Funktionen/Akteure 2/2Rechtfertigung der bindenden Werteverteilung -> Regierung, Parlamente, Verfassungssystem (Gericht), Regierungsparteien, Verbände
    Ziel: Mobilisierung von Unterstützung und Akzeptanz (Legitimität)
    Kritik der bindenden Werteverteilung -> Oppositionsparteien, Verbände, Medien
    Ziel: Offenhalten von politischen Alternativen
    Rekrutierung des politischen Führungspersonals -> Parteien
    Ziel: Reproduktion der Politik
    Stabilisierung/Expansion der Politik -> Parteien, Regierung, Parlamente
    Ziel: Sicherung der Funktionserfüllung u.d. gesellschaftlichen Positionsverbesserung der Politik
  48. 48Medium: MachtSoziale Technologie, die zum Einsatz kommt, wenn eine Situation mehr als eine Handlungsmöglichkeit aufweist
    Ergibt sich aus dem "Herstellungsprozess" verbindlicher Regulierungen/Entscheidungen
    Physische Macht als ultima ratio
    Gewaltmonopol (Staat) konsultiert politisches System
  49. 49Medium: Macht KonsequenzenKomplexität des Systems Politik steigt im Zuge der funktionalen Differenzierung; Reaktion des Systems auf gestiegene Komplexität der Umwelt
    Demokratie ist eine Ausprägung des Systems Politik:
    -Responsivität: Empfänglichkeit, Zugänglichkeit, Antizipation, Reaktionsfähigkeit
    -Politische Partizipation: Einfluss gesellschaftlicher Akteure auf politische Entscheidungen
    -Offenheit: Transparenz, Bereitschaft zu Innovation u. Weiterentwicklung; Voraussetzung f. Partizipation und Responsivität
  50. 50Fazit: Was also wird erkennbar, wenn Politik als System verstanden wird?Politik ist ein (Funktions-) System unter vielen anderen Systemen
    Es funktioniert nach einer eigenen Logik, die zentral von ihren (Teil-) Funktionen und ihrem Medium (Macht) sowie den Ebenen der Systembildung bestimmt wird
    Die Teile des Systems selbst wiederum sind autonom und interdependet
    Demokratie ist eine von mehreren Ausprägungen des Systems Politik, allerdings eine besonders erfolgreiche
  51. 51Was sind Konflike? (Meyer)Grundkonstellation politischer Problemlagen
    Alle Formen der Nicht-Übereinstimmung politisch relevanten Interessen in der Wahrnehmung der beteiligten Akteure
    Politische Konflikte: Nichtübereinstimmung solcher Interessen, die einer politischen Regulierung bedürfen
    -> das heißt diese können nicht durch Individuelle Ausweichhandlungen vermieden werden
    Politik: Verfahren zur Bewältigung von Interessenskonflikten
  52. 52Umgang mit Konflikt in einer funktional differenzierten GesellschaftKonflikte sind Gesellschaftsgrundlage und treten daher oft auf
    Gewaltmonopol liegt beim Staar: "Selbsthilfe" wird stillgelegt, stattdessen gewaltarme "Konfliktlösung"
    Rechtssystem als Grundlage für das, was erlaubt ist und was nicht
    Konflikte treten in jedem System auf und sind dort auch gewünscht: z.B: Politik
  53. 53Folgen des Umgangs mit Konflikt in einer funktional differenzierten GesellschaftKonflikte werden verrechtlicht
    Konfliktermutigung führt zu Allgegenwertigkeit
    Regelungsmechanismen halten nicht mit der Multiplizierung mit
    Konflikte sind dann gesellschaftlich bedrohlich, wenn sie sich entlang einer Linie fudamentalisieren, d.h. alle Systeme durchziehen
    Konflikte können nicht gelöst, sondern nur geregelt werden
  54. 54KonflikttheorieWenn Konflikte nur disruptive, destruktive Folgen hätten, bestände das Konfliktmanagement schlicht in Konfliktunterdrückung/-vermeidung
    Bedeutende Theorietradition: Frage nach der Funktionalität und Dysfunktionalität von Konflikten (Simmel/Coser)
    Konflikt und Harmonie sind gleichwichtig und können normativ nicht gegeneinander ausgespielt werden
    Konflikt: Form der Sozialisation, bekommt dadurch soziale Funktion
  55. 55Funktionen des Konflikts nach Simmel und CoserDer Konflikt festigt und erhält die Gruppe
    Je enger die Beziehung, desto stärker der Konflikt
    Führt zu Einheit und Gleichheit in der Gruppe
    Die Stabilität eines Systems ist umso größer, je mehr unterschiedliche Konflikte es gibt
    Das Auftreten von Konflikten beweist die Flexibilität des Systems
    Konflikte mit anderen Gruppen verstärken den Zusammenhalt
  56. 56Wirkungen / Funktionen von KonfliktenFunktional:
    Fördert Problemverständnis
    Forciert Lösungsdruck
    Fördert Interaktion
    Stimuliert Idee und Interessen
    Fördert konstruktiven Wettbewerb
    Schafft klare Verhältnisse
    Dysfunktional:
    Organisatorische Störungen & Leistungsabfall
    Sozio-emotionale Störungen & Leistungsabfall
    Abnahme an Rationalität und Aufbau von Emotionalität
  57. 57Definition 1 Konflikt nach GlaslSozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren, wobei wenigstens ein Aktor Differenzen im Wahrnehmen und im Denken/Vorstellen/Interpretieren und im Fühlen und im Wollen mit einem anderen Aktor in der Art erlebt, dass beim Verwirklichen dessen eine Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor erfolge.Definition 1 Konflikt nach Glasl
  58. 58Konfliktmanagement Eskalationsmodell nach GlaslSektor 1 (win-win):
    1. Verhärtung
    2. Debatten
    3. Taten
    Sektor 2 (win-lose):
    4. Images, Koalitionen
    5. Gesichtsverlust
    6. Drohstrategien
    Sektor 3 (lose-lose):
    7. Begrenzte Vernichtungsschläge
    8. Zersplitterung
    9. Gemeinsam in den Abgrund
  59. 59Definition 2 Konflikt nach LuhmannVon Konflikten wollen wir immer dann sprechen, wenn einer Kommunikation widersprochen wird. Ein Konflikt ist die operative Verselbstständigung eines Widerspruchs durch Kommunikation.
  60. 60Der soziale Konflikt nach Messner Eskalationsmodell KonfliktepisodeDimension: zeitlich
    Referenz: Ende
    Kommunikation: Meidung
    Unvereinbarkeit: Widerspruch vs. Konsens
    Aktivität: Meinen
    Intention: Grenzsetzung
    Funktion: symbolische Opposition
  61. 61Der soziale Konflikt nach Messner Eskalationsmodell SachkonfliktDimension: sachlich
    Referenz: Erwartung
    Kommunikation: Widerspruch
    Unvereinbarkeit: Sinn vs. Gegensinn
    Aktivität: Überzeugen
    Intention: Erwartungsänderung
    Funktion: sachliche Akkordierung
  62. 62Der soziale Konflikt nach Messner Eskalationsmodell BeziehungskonfliktDimension: sozial
    Referenz: Verhalten
    Kommunikation: Anschuldigung
    Unvereinbarkeit: Verantwortungszurechnung vs. Verantwortungsabwehr
    Aktivität: Anschuldigen
    Intention: Verhaltensänderung
    Funktion: soziale Akkordierung
  63. 63Der soziale Konflikt nach Messner Eskalationsmodell MachtkonfliktDimension: physisch/psychisch
    Referenz: Körper / Identität
    Kommunikation: Drohung
    Unvereinbarkeit: Zwang vs. Widerstand
    Aktivität: Zwingen
    Intention: Grenzüberwindung
    Funktion: Subordination
  64. 64Zivilisierungsmodell nach GiesenZivilisierungsmodell nach Giesen
  65. 65Steven Pinker zum sozialen Konflikt"Der Rückgang der Gewalt dürfte die bedeutsamste und am wenigsten gewürdigte Entwicklung in der Entwicklung unserer Spezies sein." 2011
    These: zunehmende Humanisierung und Moralisierung, kein stetiges Abgleiten ins Verderben
    Hauptargument: Rückgang des Verhältnisses von Gewaltopfern in Kriegen in Relation zur Bevölkerung
    Steven Pinker zum sozialen Konflikt
  66. 66Einordnung / Bewertung Konflikt 1/2Umschlagpunkt von Funktionalität zu Dysfunktionalität muss im Einzelfall empirisch bestimmt werden
    Voraussetzung für positive Funktionalität:
    grundlegender Konsensus / fundamentale Werte dürfen nicht bedroht sein -> VERFASSUNG
    Konflikt ist dann dysfunktional, wenn es keine / nur unzureichende Tolerierung und Institutionalisierung von Konflikt gibt
    Letztlich kann Funktionalität/Dysfunktionalität nur im Rahmen eines größeren, normativen Bezugsystems geklärt werden
  67. 67Einordnung / Bewertung Konflikt 2/2Eigendynamik von Konflikten: Eskalation, Wahrnehmungsverengung, Parteienbildung, Ansteckungswirkung
    Eingesetzlichkeit des Konflikts als soziales System: der Konflikt übernimmt die Selbststeuerung. Hohe Bindung; Selbstreferentialität, Eigenlogik
    "Bedingungen" für Konfliktbearbeitung:
    Rationalisierung. Vom Kampf zum Spiel zur Debatte ( Macht / Spiel / Debatte)
    Politische Konflikte: Unwahrscheinlichkeit einer "Lösung", Transformation/Regelung ist das Ziel; Institutionalisierung der Konfliktbearbeitung
  68. 68Fazit Konflikt Was ist ein Konflikt? Warum sollten wir uns damit beschäftigen?Konflikte sind allgegenwärtige Phänomene und sind bedeutsam für alle sozialen Systeme
    Sie können normativ nicht einfach in das Schema gut/schlecht gebracht werden
    Konflikte haben eine Eigengesetzlichkeit und entwickeln sich nach eigenen Regeln
    Ihre Transformation in gewaltärmere und potentiell funktionale Verlaufsformen ist gesellschaftliche Aufgabe, und damit auch Aufgabe für Politik und Soziale Arbeit
  69. 69Die drei Versuche, die aktuellen Konflikte um Terrorismus und Islamisierung zu erklärenKampf der Kulturen
    - Samuel Huntington
    Kulturelle Entwurzelung von Religion
    - Oliver Roy
    Religionspolitik
    -Rolf Schieder
  70. 70Ausgangspunkt: ModernitätstheorienEthnizität: Name, Abstammung, geschichtliche Erinnerung, geteilte Kultur, territorialer Bezug, Gruppenbewusstsein
    Marx, Weber, Parson:
    Devalorisierung "vormoderner" Elemente wie Religion
    Moderne Gesellschaften: "blind" gegenüber ethnischen Merkmalen? Beispiel: Arbeitsstelle, Mietwohnung ect.
    Modernität bzw. Modernisierungstheorien gescheitert?
  71. 71Terrorismus, Pegida, Migration: ethnische Konflikte?Ethnizität: keine primäre Differenzierung sondern Inklusionsformen in gesellschaftlicher Kommunikation
    Ethnizität stellt eine Identifikationsmöglichkeit/Ressource unter viele dar. Abgenommene Kraft: Wirkung des Wohlfahrtsstaats, kulturelle Liberalisierung, Individualisierung
    Umkehrschluss: Unter BESTIMMTEN BEDINGUNGEN lässt sich Ethnizität/Religion wieder Mobilisierungs-/Identifikationswirkung im Hinblick auf soziale Lage erzielen (Terrorismus, wirtschaftliche Krise, Fußball)
  72. 72Dittrich & Radtke über den Ursprung ethnischer KonflikteDie nach dem Verlust Gottes und der Dorfgemeinschaft identitätsstiftende Zuflucht zu funktional äquivalenten Ideologien und Dogmen, darunter Rasse, Ethnie, Nation und Sprache, ist eine defensive Reaktion auf die als Zerfall erlebte Erosion der äußeren Ordnung
  73. 73Kampf der Kulturen 1 (Huntington)In der Welt nach dem kalten Krieg sind die wichtigsten Unterschiede nicht mehr ideologisch, politisch oder ökonomisch. Sie sind kultureller Art.
    Die gefährlichsten Konflikte sind jene an den Bruchlinien der Kulturen
    Wichtigstes Merkmal von Kulturkreisen ist Religion.
    Aktuelle Kulturkriesen: sinisch, japanisch, hinduistisch, islamisch, westlich, lateinamerikanisch, "afrikanisch, vielleicht"
  74. 74Kampf der Kulturen 2 (Huntington)Die Konflikte drehen sich um Waffen, Menschenrechte und Einwanderung
    Insbesondere der Islam weist "blutige Ränder" auf
    Die Ursachen für Konflikte liegen in der Natur der Religion und der auf ihnen basierenden Kulturen.
    "What counts for people are blood and belief, faith and family"
  75. 75Kritik an Huntingtons "Kampf der Kulturen" Ansatz 1/2Rein statistisch sind die größten Massenmorde in Kriegen zwischen Parteien passiert, die an dieselben Götter glauben.
    Kulturelle Bruchlinien existieren, aber sie verlaufen nicht zwischen den Kulturen, sonder IN ihnen.
    Konflikte entstehen vor allem innerhalb der Kulturen, offen ausgetragene Konflikte entlang von Zivilisationsgrenzen sind die Ausnahme.
    Nicht die kulturellen Unterschiede erleben eine Wiederentdeckung; die Instrumentalisierung des kulturellen Unterschieds erlebt eine Renaissance.
  76. 76Kritik an Huntingtons "Kampf der Kulturen" Ansatz 2/2Selbst die jüngste Geschichte des "zivilisierten" christlichen Westens belegt eine weitgehende Akzeptanz für die Unterdrückung von Menschenrechten und Demokratie
    Wir erleben eine Politisierung von Kultur: Soziale und ökonomische Verhältnisse werden als Folge des Verfalls kultureller Identität bzw. der Vermengung von Kulturen dargestellt.
    Die herausragenden Konflikte und Kriege sind Ergebnis tiefgreifender ökonomischer und politischer Sachverhalte.
  77. 77Entkulturalisierung von Religion nach Roy 1Nicht "Wiederkehr" der Religion, sondern Mutation
    Trennung von Religion und Kultur zu Gunsten von Religion die Quelle von Gewalt
    Religion im kulturellen Sinne ist i.d.R. "zivilisiert", in ihrem fundamentalen Charakter relativiert
    Das macht sie für Konvertiten/bisher "Nichtreligiöse"/sozial Deklassierte unattraktiv
  78. 78Entkulturalisierung von Religion nach Roy 2Religion wird aus dem Zusammenhang gerissen, sie verliert ihre Grundlage in Milieus und Traditionen
    Religion ist wählbar, aus den kulturellen Mustern herausgelöst
    Religion wird zur Legitimierungsressource von (militanten) Deutungsmustern
    Fundamentalisierungen sind nicht nur ein Problem im Islam, sondern auch in allen anderen Religionen unter diesen Bedingungen
  79. 79Kultur nach Wimmer"Kultur lässt sich als ein offener und instabiler Prozess des Aushandelns von Bedeutungen definieren, der Akteure in unterschiedlichen Interessenslagen zueinander in Beziehung setzt."
  80. 80Religionspolitik nach Rolf Schieder 1/2"Terrorismus ist ein Problem kulturell entwurzelter, oft gebildeter, aber dennoch erfolgloser, politisch radikalisierter, ärgerlicher junger Männer, die gegen eine Welt aufbegehren, die ihnen keine Heimat mehr bietet"
    Terror ist kein strategischer, sondern ein performativer Akt;
    Erfolg: Zustimmung, Schrecken, religiöse Rahmung
    Religiöse Menschen sind nicht nur religiös
    Europäer haben zu ihren Kirchen eine Beziehung wie zur Feuerwehr
  81. 81Religionspolitik nach Rolf Schieder 1/2Moderne Gesellschaften sind keine säkularen Gesellschaften, sondern Gesellschaften mit säkularen staatlichen Institutionen
    Moderne Gesellschaft ist eine "company of strangers"
    Notwendig: interreligöse Kompetenz: Die Fähigkeit, mit Problemen umgehen zu können, die durch religiösen Pluralismus entstehen
    "Ein funktionierender sozialer Nahbereich ist ein guter Schutz gegen radikale gewaltbereite Religionen."
  82. 82Schlussfolgerung Terrorismus und IslamisierungDer Kampf der Kulturen findet nicht statt. Wohl aber ein Konflikt um Ressourcen, Deutungsmuster und Zugehörigkeit in Kulturen
    Entkulturalisierung ist ein Problem aller Kirchen und Religionen in Europa. Bestes Beispiel: katholische Kirche und Sexualmoral
    Religion wird entgegen früherer Vermutungen auch in modernen Gesellschaften bedeutend bleiben
    Moderne Gesellschaften werden von Konflikt zusammengehalten, nicht von (religiösen) Konsens.
    Die (konfliktreiche) Gestaltung des sozialen Nahbereichs ist die Aufgabe der Sozialen Arbeit.
  83. 83Welche Rollen und Aufgaben hat der Staat?Polizeistaat
    Rechtsstaat
    Sozialstaat
    Steuerungsstaat
  84. 841. Rolle des PolizeistaatsPolizeistaat = Obrigkeit
    16.-18. Jhdt: Bildung/Konsolidierung Nationalstaaten
    Staatsaufgabe: Legitimation staatlicher Herrschaft
    "gute Polizey" -> inhaltliches Aufgabengebiet des Staates (policies) / der "polizeilichen" Implementation
    Herstellung und Gewährleistung der "bürgerlichen Gesellschaft" -> private Rechte
  85. 852. Rolle des RechtsstaatsKontrolle und Begrenzung staatlicher Macht
    Justiziables öffentliches Recht
    Trennung von Staat und Gesellschaft
    Zivilisierende Wirkung von Interessen (unsichtbare Hand) ohne staatlichen Eingriff
  86. 863.Rolle des SozialstaatsKorrektur/Kompensation von Folgen gesellschaftlicher wirtschaftlicher Modernisierung
    Legitimation von Eingriffen liegt bei den Wirkungen
    Leistungsfähigkeit des Staates ist nötig zur Lösung sozialer Probleme
    Einmischung des Staates in die Gesellschaft
    Ansprüche und Interessen an den Staat zentral
  87. 87Sozialstaat - Der aktive Staat (70er J.)Planung, aktive Politik, innere Reformen
    Zentrales Problem: Markt(-versagen), Problemlösungskapazitäten
    Werte: "social engeneering", politische Kontrolle
    Ordnungskommune
  88. 88Sozialstaat - Der kooperative Staat (80er)Implementation, Evaluation, Verhandlung
    Problem: Politikversagen, Unregierbarkeit
    Werte: Effektivität, Problemlösung, Kooperation
    Urbane Regime
  89. 894. Rolle des SteuerungsstaatsStaat als Steuerer gesellschaftlicher Entwicklungen durch präventives Eingreifen: Präventionsstaat?
    Unerwünschte Nebenfolgen/mangelnde Effektivität hoheitlicher Eingriffe: neue Formen staatlichen Handelns nötig?
    Etablierung von Verhandlungssystemen, prozeduralem Recht, Kontextsteuerung
  90. 90Steurungsstaat - Der schlanke Staat (90er)Management, Entbürokratisierung, Verwaltungsvereinfachung, Aufgabenkritik
    Problem: Staatsversagen, Bürokratieversagen
    Werte: Effizienz, Dienstleistung, Qualität
    Dienstleistungskommune
  91. 91Steuerungsstaat - der aktivierende Staat (00er)Gewährleistungsstaat, Bürgergesellschaft, Zivilgesellschaft
    Problem: Gesellschaftsversagen, Exklusion
    Werte: Inklusion, soziale Kohäsion, Beteiligung
    Bürgerkommune
  92. 92Fazit Welche Rollen und Aufgaben hat der Staat?Weder unsichtbare Hand noch Allmacht des starken Staates
    Notwendig: lernfähige Formen der politischen Willensbildung
    Wir erleben eine Umbruchphase: Was gehört zum Kernbereich staatlichen Handelns?
  93. 93Welche Aufgaben hat also der Staat?Beantwortung hängt von der eigenen Verortung in den Diskursen ab
    Rollen des Staates verändern sich zwischen den Polen:
    Allmächtig/Allzuständig
    vs.
    Staatsversagen/Nicht-Steuerbarkeit
  94. 94Welche Systeme in der Sozialpolitik sind Teil der Sozialen Arbeit?Versicherungssysteme
    Versorgungssysteme
    Fürsorgesysteme
    Förderungssysteme
  95. 95Wer "macht" Soziale Arbeit/Heilpädagogik?Soziale Arbeit bedeutet: die Organisation von Hilfe
    Soziale Arbeit findet immer in Organisationen statt
    Sie folgt der Systemlogik der Organisation
    Sie findet in einem sozialpolitischen Rahmen statt
    Sie hat "Herstellungsbedingungen"
  96. 96Unterscheidung von Begriffsdimensionen und Handlungsebenen nach Rudoloph Bauer (Grafik)Unterscheidung von Begriffsdimensionen und Handlungsebenen nach Rudoloph Bauer (Grafik)
  97. 97Trägerstrukturen:Staatliche/öffentliche Träger (zumeist kommunal)
    Frei-gemeinnützige/Nonprofit-Organisationen)
    Privat-gewerbliche/Forprofit-Organisationen
  98. 98Welch öffentlichen Träger gibt es?Kommunen, Kreisfreie Städte, (Land-)Kreise, Kommunalverbände
    Bundesländer
    Sozialversicherungen
    Rentenversicherungen
    Krankenversicherungen
    Pflegeversicherungen
    Unfallversicherungen
    Arbeitslosenversicherungen
  99. 99Welchen freien Träger gibt es?Wohlfahrsverbände, AWO, Caritas, DRK, Diakonisches Werk, Der Paritätische, Wohlfahrtsstelle der Juden
    Jugendverbände
    Andere freie Träger
  100. 100Grafik Verbandliche ZusammenschlüsseGrafik Verbandliche Zusammenschlüsse
  101. 101SpitzenverbändeAWO, Caritas, Der Paritätische, DRK, Dakonie, ZWSTSpitzenverbände
  102. 102Struktur Verband: Beispiel Caritas (Grafik)Struktur Verband: Beispiel Caritas (Grafik)
  103. 103Welche privaten Träger gibt es?Privat-gewerbliche Anbieter
    Ein-Personen-Unternehmen / Freiberufler
    Kleinunternehmen
    Sozialkonzerne
  104. 104Aufgabendelegation der öffentlichen TrägerÖffentliche Träger (also Kommunen/Bundesländer/Sozialversicherungen)
    ->
    engagieren
    ->
    Freie Träger/Wohlfahrtspflege ODER privat-gewerbliche Anbieter
  105. 105Wer also macht Soziale Arbeit?Soziale Arbeit findet in Organisationen statt
    Die Organisationsformen können staatlich, frei-gemeinnützig oder privat-gewerblich sein
    Alle drei befinden sich in einem engen Aushandlungsverhältnis
    Sozialpolitik stellt den Rahmen dar
  106. 106Wie finanziert sich Soziale Arbeit?Wer wird bezahlt?
    "Wohlfahrtsmix":
    Öffentliche Träger
    Frei-gemeinnützige Träger
    Privat-gewerbliche Träger
    Bundesverfassungsgericht: öffentliche Letzt- und Gesamtverantwortung
  107. 107Woher wissen wir, was bezahlt werden muss?"Sozialplanung":
    Traditionelle Bedarfsplanung: Hochrechnung mittels Sozialindikatioren
    Objektförderung: Sicherung von Angebotsstruktur
    Subjektförderung: Individuen werden mit Kaufkraft ausgestattet
    Kleinteilige Sozialberichterstattung: Befragung, Konferenzen, NutzerInnenbeteiligung
  108. 108Wer finanziert die Sozialen Dienste der Öffentlichen Träger?Sozialversicherungen: Arbeitgeber/-nehmer-Beiträge
    Beispiel: Krankenhaus-Sozialdienst
    Bund/Land/überörtliche Träger: Bundes-/Landeshaushalt, also Steuermittel
    Kommunen: eigene Steuereinnahmen, Landeszuweisungen, Bundes-/EU-Mittel, Entgelte
  109. 109Wer finanziert Frei-gemeinnützige Träger?Zuwendungen der öff. Träger
    Leistungsentgelte aufgrund von Leistungsverträgen
    Mitgliederbeiträge
    Kirchensteuern
    Projektförderung durch Stiftungen ect.
    Spenden, Sammlungen, Sponsoring, Lotterien
    Vermögenseinnahmen, Vermietung und Verpacktung
  110. 110Wer finanziert Privat-gewerbliche Träger?Verkaufserlöse am Markt durch Kunden
    Vergütungen/Leistungsentgelte aus öffentlichen Haushalten aufgrund von Leistungsentgelten
  111. 111Schwierigkeiten/Problem bei der FinanzierungÖff. Träger: Konjunkturabhängigkeit, Arbeitsmarktkrisen, Steuerpolitik
    Frei-gemeinnützig: Transparenz, Effizienzdruck, Konkurrenzsituation, Mitgliederschwund
    Privat-gewerblich: geringe Kaufkraft der "KundInnen", "unechter" Markt
  112. 112Finanzierungsmodell: ZuwendungenDurch öff. Haushalte
    Müssen beantragt werden
    Unterschied Projektförderung/Globalförderung
    Decken nur einen Teil der Kosten ab, Eigenanteil
    Gelten i.d.R. nur für ein Haushaltsjahr
    Sind zumeist freiwillige Zahlungen
    Sind "Subventionen"
  113. 113Finanzierungsmodell: LeistungsentgelteDurch öff. Haushalte
    Vertragliche Vereinbarung
    Mit frei-gemeinnützigen oder privat-gewerblichen Trägern
    Pauschal/Einzelleistung: Fachleistungsstunde
    Kriterium: Bei gleichem Leistungsumfang günstigeres Angebot
    Vorher ausgehandelte Leistungskategorien
    Gründet im "sozialrechtlichen Dreiecksverhältnis"
    Finanzierungsmodell: Leistungsentgelte
  114. 114Finanzierungsmodell: LeistungsverträgeVertraglich genau definierte Leistung im Auftrag des öff. Trägers (eigene Zielsetzung unerheblich)
    Leistung wird "eingekauft"
    Bestandteile: verbindliche Ziele, Leistungsprofile, Wirkungen
    Grundlage: öff. Träger muss Aufgabe erfüllen (z.B. Jugendgerichtshilfe)
  115. 115KontraktmanagementÜbertragung betriebwirtschaftlicher Verfahren auf die Kommunalpolitik:
    BürgerInnen = Kunden
    Verwaltung = Management
    Amts-/Dezernatsleitung = Konzernspitze, Politik = Auftraggeber
    Politik definiert Ziele / Budget, Verwaltung legt Wege zur Zielerreichung fest: Kontraktmanagement
    Produkt: Ziele, Volumen, Qualität, Kosten
    Controlling: Ziele erreicht? Zu welchen Kosten?
  116. 116Wie also finanziert sich Soziale Arbeit?In der Regel nicht der "Kunde"
    Unterschiedliche Finanzquellen, zum allergrößten Teil aber Steuermittel
    Kommunen sind die Hauptfinanzierer/Auftraggeber/Letztverantwortlichen
    Mittel werden hauptsächlich über Zuwendungen und Leistungsverträge/-entgelte vergeben
    Das damit zusammenhängende Verfahren nennt man Kontraktmanagement
  117. 117Hat Soziale Arbeit ein Mandat? Das Doppelmandat"Doppelmandat": Soziale Arbeit ist beauftragt durch:
    1. Die Gesellschaft (vermittelt über Finanzierung/Gesetze ect.
    2. Den/die KlientInnen (durch unmittelbaren Kontakt, Beziehungsgestaltung, Hilfeplan)
    Interpretation: Loyalitätskonflikte!
  118. 118Wortbedeutung MandatMan'dat,
    1. RECHT Vertretungsvollmacht, Auftrag
    2. Amt, Würde eines gewählten Volksvertreters
    3. von einem Staat treuhändisch verwaltetes Gebiet
  119. 119Hat Soziale Arbeit ein politisches Mandat? Nach Kusch und Krüger1. Kompetenzen/Orte der politischen Einflussnahme: im Jugendhilfegesetz / KJHG; durch andere Gesetze: Beteiligung
    2. Demokratietheorisch: das Recht, politische Interessen auch für andere zu reklamieren
    3. Im Zweifel: Selbstmandatierung!
    Soziale Arbeit muss sich endlich zu ihrem Mandat bekennen!
  120. 120Hat Soziale Arbeit ein politisches Mandat? Nach Merten1. Wer hat das Mandat erteilt? Hat Soziale Arbeit einen Ruf gehört, den andere gar nicht ausgestanden haben?
    2. Wer genau ist "die Soziale Arbeit"? Hochschulen? Berufspraktiker? Berufsständige Organisationen?
    3. Wie sieht dieses Mandat inhaltlich aus? Einheitlichkeit ist weder wünschenswert noch machbar
    Politische Mandatierung wäre Paternalismus!
  121. 121Merten zum Ansatz: "Professioneller Auftrag, statt politisches Mandat?""Soziale Arbeit hat ... einen professionellen Auftrag!
    Wenn sie diesen mit einem Höchstmass an Kompetenz wahrnehmen will, dann wird sie dazu beitragen, dass ihre Klientel die ihr zustehenden Rechte erhält, ja besser noch:
    dass sie dazu befähigt, ihre Rechte selbstständig wahrnehmen und realisieren können."
  122. 122Politisches MandatSoziale Arbeit hat es meistens mit "schwachen" Interssen zu tun - Selbstvertretung ist schwierig
    Lebensbedingungen und Teilhabechancen sind Ergebnis politischer Entscheidungen
    Soziale Arbeit ist nur Ausführungsorgan staatlicher Politik - es gibt ein fachliches Verständnis über die Organisation von Hilfe
    Quellen eines politischen Verständnisses: Sozialstaatsgebot, Fachwissenschaft, Organisationsfreiheit
  123. 123Organisationen als Träger eines politischen VerständnissesProfessionelles/Individuelles Verständnis und Organisationsebenen müssen auseinandergehalten werden
    Staatliche Träger: Teil der Exekutive, also "näher dran" an parlamentarischen Akteuren
    Frei-gemeinnützige Träger: aus ihrer Geschichte / ihren Selbstverständnis auf Partizipation und Gestaltung von Gesellschaft angelegt
    Gemeinnützigkeit als Prinzip von Subsidiarität
  124. 124Differenzierung nach Benz/Rieger//Drei Kreise Modell
    "Politik Sozialer Arbeit" als Teildisziplin der Wissenschaft Sozialer Arbeit
    "Politik Sozialer Arbeit" als Politikfeld
    "Politik Sozialer Arbeit" als Intervention/professionelles Handeln
  125. 125Soziale Arbeit als politisches HandelnPolitikimplementation: angewandte Sozialpolitik, Umsetzung politischer Programme
    Politikberatung. Information, Aufklärung, Irritation von Institutionen/Akteuren der Politik hinsichtlich sozialer Probleme und Interventionsansätze
    Interessenvertretung: Soziallobbying als Einflussnahme auf politische Entscheidung
    Politische Bildung:
    Befähigung der Klientel zu politischem Bewusstsein, Selbstorganisation und Selbstvertretung
  126. 126Hat also Soziale Arbeit ein politisches Mandat?Die Frage ist so alt wie soziale Berufe selbst; genau so gestellt ist wie wahrscheinlich unterkomplex
    Die Antwort darauf wäre immer abhängig vom Zeitgeist/der vorherschenden Strömung in der Professionsentwicklung; aber: alleine die Behauptung advokatorischen Handelns reicht nicht zur Begründung aus
    Fachlich muss nach Politikimplementation, Politikberatung Interessenvertretung und politischer Bildung unterschieden werden
    Ein Anspruch an die Mitgestaltung "allgemein verbindlicher Regelungen und Entscheidungen", also Politk ist m.E. unbestreitbar.
  127. 127—

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Lernzettel zur M14 Klausur der KatHo Münster im Sommersemester 2020. Alle Vorlesungsfolien als Karteikarten.
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yeah boi
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