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Zusammenfassung Gender und Sexismus SB
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Gender
und Sexismus-Zusammenfassung:
Allgemeines:
-Gleichstellung von Frauen noch nicht gegeben; Männer werden
auch nicht häufiger diskriminiert (empir. Bewiesen)
-Frauen sind keine Minderheit, aber noch immer haben sie
einen niedrigeren Status als Männer
Begriffsdefinitionen:
-Bezeichnungen Deutschland: Geschlecht, gender
-Bezeichnung englischsprachig. Ausland: gender, sex
-gender: soziokultureller Bezug von „Geschlecht“
-sex: biologisches Geschlecht
-wissenschaftlicher Kontext: ausschließlich gender oder sex
und gender als Synonyme verwendet
Geschlechtsbezeichnungen
nach Oakley (1972):
-biologisches Geschlecht= männlich und weiblich
-soziales Geschlecht= maskulin und feminin
Heute: Forderung= Geschlecht als Kontinuum; d.h. jemand ist
z.B. 70% weiblich, 30% männlich oder 50:50
Statistische
Daten:
Weisen hin auf
Ungleichheit bei…
a.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
b.
Besserer Schulbildung von Frauen aber geringerer
Einbindung im beruflichen Kontext
c.
Nach Elternzeit beruflicher Wiedereinstieg von
Frauen schwierig bis unmöglich
d.
Führungspositionen (seit 2001 Anteil weibl.
Führungskräfte bei 30% stagniert; 10% weibliche Besetzung in Aufsichtsräten,
2.5 % in Vorständen); Vorstand meistens ausschließlich Männer
e.
In der Wissenschaft nimmt der Anteil der Frauen
in jeder Hierarchiestufe ab
f.
Gender
Pay Gap (Kluft in den Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen; 22-23%
bzw. nach Bereinigung 7% oder 8%; Bereinigung (durch Statistisches Bundesamt)
wg. Konfundierungà
nicht nur Geschlechter- sd. auch andere Unterschiede werden sonst
berücksichtigt und verzerren das Ergebnis…z.B. die fehlende Berücksichtigung
der Tatsache, dass Frauen auch öfter in Teilzeit arbeiten als Männer)
Anmerkung zum Gender Pay Gap:
Variablen, die für unterschiedlichen Wert vor
und nach der Bereinigung verantwortlich sind:
-
Frauen seltener in hohen Positionen
-
Öfter in niedrigbezahlten bzw. geringfügigen
Beschäftigungen
-
Mehr Frauen als Männer arbeiten in
Ostdeutschland (wo das Lohnniveau niedriger ist)
-
Frauen arbeiten häufiger in TZ, als in VZ
STEREOTYPE UND
VORURTEILE
Entwicklungsstufen
der Geschlechterwahrnehmung:
-soziale Kategorie „Geschlecht“ schon von Kleinkindern zur
Beschreibung verwendet
-ab 2. Monat bemerken Kleinkinder Geschlechtsunterschiede
(z.B. Stimme)
-ab 9. Monat erkennen Kinder Gesichtsmerkmale der
Geschlechter
-Vorschule: erkennen und respektieren der
Geschlechterstereotype
-ab 9 Jahren: stabile Geschlechtsidentität
Kategorisierung und
die damit verbundenen Stereotype über eine Gruppe:
=
Geschlechtsstereotype, Geschlechtsrollenstereotype; vereinfacht gesagt
schreiben wir einer Person, die wir als männlich oder weiblich einstufen, die
Attribute zu, die wir mit diesem Geschlecht verbinden= „structured sets of
beliefs about the personal attributes of women and men“
Messung von
Geschlechtsstereotypen und Geschlechtsrollenstereotypen: „Role Stereotype
Questionnaire“ von Rosenkrantz et al. (1968): Fragebogen zur Messung von
Geschlechtsstereotypenà
Suche nach 2 möglichst unterschiedlichen, eindeutigen „Eigenschaftskatalogen“ (wurde darauffolgend durch größere
Stichproben erweitert und validiert)
Vorgehen von
Rosenkrantz et al.
1. Persönlichkeitsmerkmale
für Männer und Frauen angeben lassen
2. Aus den
Merkmalslisten die entstehen, Paare bilden
z.B. abhängig/unabhängig
3. Einschätzen
lassen, ob die Merkmale maskulin oder feminin sind
Ergebnis des Role
Stereotype Questionnaire von Rosenkrantz et al:
-
Einteilung der Eigenschaften in die Kategorien „Kompetenz“ und „Wärme“
-
Als männlich wahrgenommen: hohe Kompetenz,
geringe Wärme
-
Als weiblich wahrgenommen: wenig Kompetenz, viel
Wärme
Benennungen und Bezeichnungen der
stereotypischen Dimensionen, die mit Maskulinität/ Femininität verbunden sind:
A)
Instrumentalität vs. Expressivität (ältere
Forschung)
B)
Stereotype content model; Kompetenz / Wärme;
bezeichnet, wie /warum Inhalte von Stereotypen mit Charakteristika der Intergruppenbeziehung variieren; verwendet
auch bei Stereotypen über Behinderung und Alter
C)
Agency vs. Communion (Personenwahrnehmung)
Dichotome Begriffe; können auch Stereotypen
anderer diversitätsrelevanter Gruppen erfassen
Geschlechtsstereotype
und Kultur:
Geschlechtsstereotype über Kulturen hinweg
ähnlich (femininer Stereotyp in westlichen Gesellschaften aber zunehmend
androgyn)
Abstufung
innerhalb der Geschlechtskategorien:
-existieren auch
-z.B. in Form stereotypischer
Zuschreibungen für spezifische Subgruppen von Männern und Frauen à sex object, career
woman, housewife, athletic woman vs. Businessman, athletic man, blue-collar
workingman, macho man
Fragebogen
zur Erfassung von Maskulinität /Femininität:
Va. Bem Sex Role Inventory, kurz
BSRI (1974)
-Fragebogen aus Eigenschaften (je 1 für
Geschlecht erwünschtere Eigenschaft als für das andere Geschlecht)à Eigenschaftsgruppen,
die Femininität /Maskulinität bilden (M-Skala und F-Skala)
-Merkmal der Skala: auch androgyne Personen
existieren, bei denen hohe Ausprägungen auf beiden Sub-Skalen existieren; diese
haben durch ein größeres Verhaltensrepertoire auch höhere psychische Gesundheit
BSRI-R:
Update der BSRI Skala basierend auf der Frage, ob sich die soziale
Erwünschtheit bestimmter Eigenschaften auch mit dem Wandel der
Geschlechterrollen ändert; deutsche Studie; Troche und Rammsayer
Theorien
zu Geschlechtsrollenstereotypen:
Wie
haben sich Geschlechtsrollenstereotype ausgebildet?: 2 Richtungen nach
Alferann, 1996
a) Evolutionsbiologische Theorien
b) Psychologische Theorien
Evolutionsbiologische
Theorien:
Postulieren geschlechtsspezifische Anpassung auf
unterschiedliche Problemstellungen im Laufe der Evolution (zunächst gleiche
Probleme; Frauen bildeten aber eine höhere Fürsorglichkeit für Nachwuchs aus)à Gründe:
1.
Hypothese
über die Ungewissheit der Vaterschaft (geringer bei Männern /weniger
profitabelà
Überleben des Gens muss gesichert werden)
2.
Hypothese
des Verlassen-Könnens (Männer können nach Befruchtung gehen, Frauen erst
nach der Geburt)
3. Überlebensvorteil für Nachkommen deren
Mütter fürsorglicher waren
4.
Hypothese
der Opportunitätskosten (Männer: mehr Chance, ihre Gene weiterzugeben,
falls weniger gebunden und weniger fürsorglich)
è
Aber: evolutionsbiologische Theorien enthalten
schwer zu prüfende evolutionäre Angaben
Psychologische
Theorien:
1.
Soziale Lerntheorie:
Kinder lernen durch Belohnung wenn sie sich dem Geschlechtsstereotyp
entsprechend verhalten (oder durch Kognitionen, dh. Informationsgewinn durch
Rückmeldung)à
Ausbildung der Geschlechtsidentität
2. Kognitive Lerntheorie:
1.
Schritt ist Ausbildung einer
Geschlechtsidentität
2.
Schritt : Act accordingly
Gründe bei der kognitiven
Lerntheorie: Kognitionen oder soziale Einflüsse (dh. Kontext, Situation, eigene
Ansichten …vgl. Gender-Schema-Theorie)
3. soziale Strukturmodelle:
Geschlecht als soziale Kategorieà verknüpft mit
Rollenvorstellungen, Stereotypen und Erwartungen, sowie Schemata (durch soziale
Interaktionssysteme beeinflusst)
è
Soziale Rollentheorie: unsere soziale Rolle hat größeren Einfluss,
als biologische Faktoren und kindliche Sozialisation; durch Arbeitsteilung
lernen wir unterschiedliche Rollenerwartungen und spezifische Überzeugungen und
Handeln dann unterschiedlich
Diskriminierung
Sexismus:
-traditioneller Sexismus (messbarer Rückgang, da
Sanktionierung)
-moderner Sexismus
-ambivalenter Sexismus
Sexismus-Definition:
-abwertende Einstellungen oder diskriminierendes Verhalten
gegenüber Personen, basierend auf ihrer Gruppenzugehörigkeit
Traditioneller Sexismus:
-Geschlechtsunterschiede offen betont
-Messung (es gibt unterschiedliche Fragebögen) va. Mit dem
bekanntesten Fragebogen, der GRO-Skala (Skala zur Erfassung der normativen Geschlechtsrollenorientierung)
Moderner Sexismus:
-subtiler als traditioneller Sexismus
-„Gleichstellung ist erreicht“; Bevorzugung von Frauen=
Benachteiligung von Männern
-dient der Legitimation von Statusunterschieden
-Messung ua. „Skala zur Erfassung von Überzeugungen im Sinne
des modernen Sexismus“ von Eckes und Six-Materna
Ambivalenter Sexismus:
-geschlechtsbezogene Stereotype häufig nicht rein
negativ/positiv
-Einteilung in benevolente / wohlmeinende Zuschreibungen und
hostile / feindselige
à
benevolenter Sexismus: scheint auf ersten Blick positiv, ist aber auf 2. Blick
hin sexistisch; immer noch Frauen viel Wärme, aber wenig Kompetenz
zugeschrieben
-Messung: ebenfalls mit einer Skala von Eckes und Six-
Materna „Skala zur Erfassung ambivalenten Sexismus“ (dabei Fragen zum
benevolenten Sexismus (B) und Fragen zum hostilen Sexismus (H))
Führungspositionen:
-
Führung: stärker mit männlichem, als weiblichem
Stereotyp assoziiert
-
Umgekehrt: die Geschlechterverhältnisse in
stereotyp femininen Berufsfeldern (z.B. Grundschule, Friseur)
Drei Typen von
männlichen Chefs, die Frauen am Fortkommen hindern:
1.
Konservative Chefs ( Männer sollen die
Führungspositionen besetzen; Frauen stören nur)
2.
Chefs mit aufgeschlossener Haltung: Frauen
passen ins mittlere Management, aber nicht ins Top- Management
3.
Chefs mit Postgender-Haltung: negieren
Geschlechtseinfluss bei Auswahl; Denken, dass Frauen sich weniger für
Führungspositionen interessieren
Think-Manager-Think-Male-Phänomen:
-Eigenschaften, die entweder typ. Mann /typ. Frau oder typ.
Führungsperson sind
Zeigt: Schnittpunkte bei Frau- Führungsperson Eigenschaften
gering
-Frau als unpassend für Führungspositionen empfunden
Lack of Fit- Modell v. Heilman:
-Frau in Führungsrolle verletzt immer entweder die
Geschlechterrolle oder den Führungsrolle-Stereotyp
à
wenn führungskompetent, dann als unweiblich wahrgenommen (Backlash-Effekt)
Phänomen der
gläsernen Decke /Glass ceiling:
Frauen stoßen spätestens auf dem Weg zum Top-Management auf
eine unsichtbare Decke, die sie am Aufstieg hindert
Glass cliff- Phänomen:
Top-Management ist nicht unerreichbar für Frauen, Frauen
werden aber eher für diese Positionen besttzt, wenn ein hohes Risiko mit ihnen
verbunden ist (Firma steht z.B. kurz vor Bankrott)
Subtile gender cues:
Personen erfüllen
Geschlechterrolle unterschiedlich gut
(Durch Merkmale d. physischen Erscheinung, Tonlage der
Stimme u.a.)
-subtile Merkmale wie geschlechtstypische Gesichtszüge od.
olifaktorische Reize verzerren unser Urteil (fast automatisch)
Geschlechtergerechte
Sprache:
Sprachliche Gleichstellung durch d.
Landesgleichstellungsgesetz (z.B. NRW)
1. Grammatical gender language
Im Deutschen: Geschlecht einer
Person spiegelt sich im grammatischen Geschlecht und in Personenbezeichnungen
wider; Deutsch ist daher „grammatical gender language“, dh. Einige Wortnamen
besitzen ein Genus, dass mit dem Sexus übereinstimmt (Namen, Adjektive,
Pronomen)
2. Genderless language
z.B. Türkisch; Sprachen ohne grammatisches
Geschlecht
3. Mischform; Natural gender language , z.B. Englisch
(him /her vs. „teacher“)
Generische Maskulina:
Dt. /andere Sprachen: maskuline Form, die generisch
(verallgemeinernd) verwendet wird
„Die Verwendung generischer Maskulina führt zu einer
Verzerrung der mentalen Repräsentation der sozialen Realität“
è
Leser kann sich intuitiv nur 1 Geschlecht vorstellen;
ignoriert tatsächliches Geschlechterverhältnis; bedeutet: einen durch
sprachliche Darstellung induzierten „male
bias“
Luise Pusch; Vertreterin der feministischen Linguistik in
Deutschland (1980er): generische Maskulina können je nach Kontext seltsam
klingen; s. Mutterschutz-Thematik
Geschlechtergerechte
Formen:
Geschlechtergerechte
Formen= Alternativen zu generischen Maskulina; es gibt 3 Strategien
1. Femininisierung
2. Neutralisierung
3. Umformulierung
Femininisierung:
Beidnennung, Paarform, Splittform z.B. Lehrerinnen und Lehrer; „er oder sie“;
Abkürzungsmöglichkeiten
bei der Femininisierung:
-Schrägstrich; Lehrer/innen
-Klammern (evtl. Klammern hervorhebendà keine
Gleichberechtigung?!)à
Lehrer(innen)
-Binnen-I /Versalien-I: LehrerInnen (grammatikalisch nicht
korrekt; female bias verursachend)
-Unterstrich/Gender Gap bzw. Sternchen; soll auch alle
Personen berücksichtigen, die sich nicht eindeutig als männlich oder weiblich
einordnen
Neutralisierung:
-neutrale Formen
-Personenbezeichnungen, für die es keine parallele maskuline
und feminine, sondern nur eine Form gibt
3. Strategie:
Umformulierung;
Kritik/Einwände, dass umformulierte Texte nicht bzw.
schwerer verständlich seien haben sich empirisch nicht bewährt
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- Note on Zusammenfassung Gender und Sexismus SB, created by Natascha Kracheel on 28/11/2014.
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- Natascha Kracheel
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