Módulo 33 de 148 · Texto
4.3.4 Macht und Interessen (1.04)
Definition
Das Kompetenzelement Macht und Interessen beschreibt, wie der Einzelne informelle, persönliche und
Gruppeninteressen erkennt und die daraus resultierende Politik und Machtausübung versteht. Dieses
Kompetenzelement definiert, wie Personen, die an Projekten beteiligt sind, erkennen, wie informelle
Einflüsse (die aus Ambitionen und Interessen der Einzelnen oder der Gruppe entstehen und durch die
persönlichen oder Gruppenbeziehungen verändert werden) mit dem Projektkontext in Verbindung
stehen. Diese informellen Einflüsse unterscheiden sich von den formellen Interessen (wie sie z. B. in einer
geschäftlichen Begründung formalisiert werden), die von der Strategie der Organisation oder von
Standards, Vorschriften usw. herrühren.
Zweck
Dieses Kompetenzelement erfüllt den Zweck, den Einzelnen in die Lage zu versetzen, Techniken zur
Ausübung von Macht und Interesse anzuwenden, um die Stakeholder zufriedenzustellen und die
vereinbarten Ergebnisse innerhalb des vereinbarten zeitlichen und finanziellen Rahmens zu liefern.
Beschreibung
Macht ist die Fähigkeit, das Verhalten anderer zu beeinflussen. Ein großer Teil des Einflusses entsteht
durch informelle Macht, das heißt jenen Teil der Macht, der nicht in formelle Rollen, Strukturen und
Prozesse „gegossen“ ist. Dieser informelle Aspekt der Macht wird häufig von persönlichen Ambitionen
und Interessen angetrieben. Stakeholder haben meist ebenfalls persönliche Ambitionen und Interessen
und sie werden häufig versuchen ihren Einfluss geltend zu machen, um die Prozesse und/oder Ergebnisse
des Projekts ihren Interessen entsprechend zu beeinflussen. Derartige Interventionen können dem
Projekt helfen oder es behindern. Das Verständnis für die informellen, persönlichen Interessen und die
daraus resultierende Politik sowie die Fähigkeit, diese zu beeinflussen, ist entscheidend für den Projekterfolg.
Neben kulturellen Aspekten und Werten hat jede Person ihren eigenen Stil und ihre eigene Persönlichkeit.
Der individuelle Ansatz beeinflusst die Art und Weise wie der Einzelne seine Macht ausübt
(oder versucht, diese auszuüben). In der Domäne des Projektmanagements kann vom Einzelnen verlangt
werden, ausreichenden Einfluss auszuüben, um einen erfolgreichen Abschluss des Projekts herbeizuführen.
Der Einzelne muss eventuell auch die Interessen der wichtigsten Projektbeteiligten verstehen
und priorisieren.
Interesse ist die Anziehungskraft eines bestimmten Themas oder eines gewünschten Ergebnisses, z. B.
ein gewisser Wunsch für oder gegen eine Sache, eine Situation, eine Position, ein Ergebnis oder eine
Meinung. Menschen versuchen oft ihre Interessen durchzusetzen, indem sie ihren Einfluss geltend
machen. Interesse wird häufig durch formelle und informelle Beziehungen ausgeübt, was zu einer
Einflussnahme durch eine Gruppe führen kann. Gruppen können aus informellen Gruppen von Kollegen
und Freunden bestehen, oder aus formellen Strukturen wie Abteilungen, Beiräten und Ausschüssen.
In formellen Gruppen sollte darauf geachtet werden, die formelle Rolle und Macht vom informellen
Einfluss zu unterscheiden, der aus anderen Machtquellen stammen kann. Beispiele für informelle
Macht sind die Macht durch Identifikation oder Expertenwissen.
Wissen
• Formelle Organisation (Mitarbeiter, Linie usw.) vs. informelle Strukturen
• Informelle Entscheidungsprozesse
• Formelle und informelle Macht und Einfluss
• Unterschied zwischen Macht und Autorität
• Einflussbereich
• Interessensquellen
• Konformität
• Machtbasen
• Projektpsychologie
• Organisationskultur und Entscheidungsfindung
• Theorien zu Macht und Einfluss
Fertigkeiten
• Beobachten und Analysieren psychologischer Prozesse
• Erkennen und Nutzen von Einfluss
• Nutzen von Macht, wenn angemessen
• Entdecken von Werten
• Aufzeigen der Stakeholder-Interessen
Zugehörige Kompetenzelemente
• Alle weiteren Kontextelemente
• 2.02: Persönliche Integrität und Verlässlichkeit
• 2.03: Persönliche Kommunikation
• 2.04: Beziehungen und Engagement
• 2.05: Führung
• 2.09: Verhandlungen
• 3.01: Projektdesign
• 3.12: Stakeholder
Kompetenzindikatoren
• 4.3.4.1 Persönliche Ambitionen und Interessen Dritter und deren potenzielle
Auswirkungen auf das Projekt beurteilen sowie diese Kenntnisse zum Nutzen
des Projekts verwenden
• 4.3.4.2 Informellen Einfluss von Einzelpersonen und Personengruppen und deren
potenzielle Auswirkungen auf das Projekt beurteilen sowie diese Kenntnisse zum
Nutzen des Projekts verwenden
• 4.3.4.3 Persönlichkeiten und Arbeitsstile Dritter beurteilen und zum Nutzen des
Projekts einsetzen