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4.5.1.1 Erfolgskriterien anerkennen, priorisieren und überprüfen
Beschreibung
Erfolgskriterien sind Messgrößen, die Stakeholder verwenden, um den Erfolg eines Projekts zu
bewerten und zu beurteilen. Diese Kriterien können sowohl formell als auch informell sein.
Formelle Kriterien befassen sich mit den erklärten Zielen des Projekts. Diese Ziele im Rahmen der vereinbarten
Rahmenbedingungen zu erreichen (z. B. strategische Ziele, taktische und operative Ziele) ist
ein wichtiger Teil, aber eben nur ein Teil des Projekterfolgs. Informelle Kriterien, mit deren Hilfe die
Stakeholder die Ergebnisse bewerten, sind ebenfalls von Bedeutung. Diese Faktoren beinhalten
möglicherweise die wahren Gründe, warum ein Projekt begonnen, unterstützt, vereitelt oder beendet
wird. Erfolgskriterien befassen sich auch mit der Wechselwirkung in einem größeren Kontext —
persönliche oder Gruppeninteressen, die vom Projekt oder dessen Ergebnis beeinflusst werden,
abhängig davon, ob ein Projekt andere Projekte und Programme, Aktivitäten, Ziele, Ressourcen usw.
unterstützt oder mit diesen im Konflikt steht. Jeder Einzelne sammelt, erkennt, priorisiert und vollendet
sowohl formelle als auch informelle Erfolgskriterien für das Projekt. Nicht nur die formellen, sondern
auch die informellen Kriterien müssen vom Einzelnen ernst genommen werden, da sie einen deutlichen
Einfluss auf die Bereitschaft aller Beteiligten haben, das Projekt zu unterstützen, mit ihm zusammenzuarbeiten
und somit direkten Einfluss auf seinen Erfolg zu haben. Die Erfolgskriterien spielen eine
wichtige Rolle für die Definition des Ansatzes. Wenn das Hauptkriterium z. B. die Qualität des Endprodukts
ist, so werden Qualitätsprozesse, Qualitätsprüfungen und -sicherung sowie Qualitätsüberlegungen
eine wichtige Rolle im gewählten Ansatz spielen. Dieser Ansatz würde sich deutlich von einem
Projekt unterscheiden, dessen Hauptaugenmerk auf der Zeit (Geschwindigkeit der Lieferung) oder
dem Budget liegt. Erfolgsfaktoren sind Elemente, die Einzelne in ihr Projekt einbeziehen können, um die
Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, die Erfolgskriterien zu erfüllen und ein erfolgreiches Ergebnis zu
erzielen. Diese Faktoren können aus sehr unterschiedlichen Quellen stammen und unterschiedliche
Formen annehmen. Sie reichen vom Einsatz (oder der Vermeidung) bestimmter Tools, Methoden oder
Techniken bis hin zur Auswahl bestimmter Ressourcen, der Einrichtung der Organisation, Phasen, Berichterstattung
und Kommunikationsmittel und -stile, Qualitätsmethoden usw.
Im Verlauf eines jeden Projekts kann sich die relative Bedeutung von Erfolgsfaktoren und -kriterien
verändern, entweder aufgrund kontextueller oder sozialer Aspekte und der Dynamik des Projekts. Aus
diesem Grund überprüft und bewertet der Einzelne die Aktualität und die relative Bedeutung der Erfolgskriterien
in regelmäßigen Abständen und nimmt – sofern nötig – die erforderlichen Veränderungen
am Ansatz vor, um den Erfolg zu erzielen. Diese Veränderungen können sogar so weit gehen, dass der
Einzelne der Organisation empfiehlt, das Projekt vorzeitig zu beenden.
Messgrößen
• Identifiziert, klassifiziert, evaluiert und priorisiert die Einflüsse aus jeder der fünf Kontextkompetenzen,
die für das Projekt erfolgsrelevant sind
• Erkennt und beurteilt sowohl formelle als auch informelle Einflusselemente
• Evaluiert und priorisiert Erfolgskriterien aus jeder der fünf Kontextkompetenzen
• Erkennt und beurteilt sowohl formelle als auch informelle Erfolgskriterien
• Kennt und nutzt relevante Erfolgsfaktoren
• Beurteilt die Relevanz von Erfolgskriterien regelmäßig neu